Warum ich eine Patientenverfügung habe

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Was ist eine Patientenverfügung?

Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine rechtliche Beratung. Ich möchte meine Erfahrungen mit der Patientenverfügung teilen, da ich selbst so eine vor einiger Zeit angelegt habe. Mittlerweile könnten die Informationen überholt sein oder ich habe mich schlichtweg geirrt.

Bei einer Patientenverfügung handelt es sich um ein Dokument, mit welchem der Verfasser desselben seinen Willen kundtun kann, im Falle einer medizinischen Behandlung. Dies ist insbesondere notwendig, wenn die Person nicht mehr dazu in der Lage ist, weil sie durch körperliche und/oder geistige Beeinträchtigung zur Willensbekundung unfähig.

Man kann es als Absicherung sehen, für den Fall, nicht mehr selbst entscheiden zu können. Sozusagen eine vorweggenommene Willensbekundung.

Das Problem, das dahinter steckt: Der Arzt ist dazu verpflichtet, Menschenleben zu erhalten und sein Leid zu mindern. Wird nun ein Mensch zum Pflegefall und kann sich nicht durch Äußerung dagegen entscheiden, lebenserhaltende Maßnahmen abzustellen, dann muss sich der Arzt immer im Zweifel für die lebenserhaltenden Maßnahmen entscheiden.

Durch die Patientenverfügung kann man sich zum Beispiel in Zeiten körperlicher Unversehrtheit gegen diese Maßnahmen entscheiden. Der Wille ist dann klar erkennbar, auch wenn der Betroffene sich nicht mehr mitteilen kann.

Es gibt ein paar gesetzliche Randbedingungen die für eine gültige Patientenverfügung erfüllt sein müssen:

  • Der Unterzeichner muss volljährig sein und in der Lage sein, seinen Willen eindeutig kundzutun. Er muss also verstehen und aktiv an der Ausarbeitung der Patientenverfügung beteiligt sein.
  • Die Patientenverfügung muss in Schriftform vorliegen
  • Der Fall, der in der Patientenverfügung behandelt wird, darf nicht unmittelbar bevorstehen. Was aber mit „unmittelbar bevorstehen“ gemeint ist, war mir nicht ganz ersichtlich.
  • Die Patientenverfügung kommt nur zum Einsatz, wenn der Patient keine Entscheidungen mehr treffen kann oder seine Einwilligung für oder wider Maßnahmen geben kann.
  • Die Patientenverfügung muss konkret sein. Allgemeine Formulierungen sind nicht ausreichend. Also im Sinne von „wenn“ „dann“ Verknüpfungen.

Warum ich eine Patientenverfügung habe

Mein persönlicher Grund, warum ich mich für eine Patientenverfügung entschieden habe, war meine Großmutter, die über zwei Jahre im Pflegeheim nach einem Schlaganfall dahinsiechte. Sie konnte sich nicht mehr mitteilen. Ich weiß auch nicht, wieviel von ihrem Bewusstsein noch da war. Aber ich stellte es mir damals (und auch heute sehe ich es nicht anders) als Hölle auf Erden vor, einmal so da liegen zu müssen.

Mittlerweile habe ich eine Patientenverfügung. Ich habe mich damals aus vielen Büchern schlau gemacht. Die Dokumente habe ich ausgedruckt, mehrere Exemplare angefertigt und diese bei verschiedenen Personen hinterlegt.

Auf dass ich sowas nie brauche, aber ich bin beruhigt, dass mir zumindest das Schicksal meiner Großmutter wohl erspart bleiben wird.

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