#TdD18 – Warum mir Demokratie wichtig ist

Ich bin in der DDR aufgewachsen, bei der Wende 1989 war ich 11 Jahre alt. Obwohl ich noch recht jung war, erinnere ich mich noch gut an dieses Gefühl, wie das so war im Osten. Bei aller Nostalgie und „es war ja nicht alles schlecht“ – Mentalität. Die Abwesenheit von Demokratie ist absolute Scheiße.

Es gibt offenbar Menschen, die stehen drauf, wenn klare Machtstrukturen vorherrschen. Selbst wenn sie den untersten Rang in einer Nahrungskette einnehmen. Irgendwie macht es sie glücklich. Es ist wohl ein wenig wie bei der Religion. Der eine fragt sich, warum sich Leute selber so quälen und die idiotischen Regeln befolgen. Für andere ist es das Paradies auf Erden. Jedes System findet seine Anhänger. Daher gibt es in jeder Gesellschaft Leute, die die Demokratie gerne abschaffen wollen. Das wird immer so sein.

Woran ich mich noch erinnere war dieses permanente Ausgeliefertsein an die Machtstrukturen. Hätte eines Tages der Staat beschlossen meine Eltern zu enteignen, dann wären „sie“ gekommen und hätten uns alles genommen. Einfach so, ohne die Chance auf Gegenwehr.

Wenn man auf eine Behörde gegangen ist, oder zur Polizei, dann war es immer ein Glücksspiel was dabei rauskommt. Gesetze und Regeln haben die Institutionen nur seitens der Bürger ernst genommen. Sie konnten machen was sie wollten.

Überall herrschte Vetternwirtschaft. Die gibt es in Demokratien auch, aber mit Hilfe von Rechtsstaat und freier Presse kann man sie einigermaßen im Griff haben. Zumindest durchdringt sie nicht so viele Instanzen, wie in Diktaturen.

Als Mensch hatte man nicht immer die Chance seinen Traum zu leben. Wenn die Eltern einen Konflikt hatten mit der Partei, dann wurde den Kindern der Zugang zum Studium verwehrt. Die reine Sippenhaft war das.

Demokratie ist deswegen wichtig, weil man nur in diesem System ein wirklich freier Mensch sein kann. Natürlich gibt es auch hier Beschränkungen, siehe Cannabis und dessen Legalisierung. Aber die wird es immer geben, in jeder Staatsform. Und, man hat die Chance Menschen zu überzeugen und Mehrheiten zu suchen, um die Regeln zu ändern.

Ich war als Student in China, so um das Jahr 2002. Der Staat dort hat zwar den Kapitalismus eingeführt, aber dieser bezieht sich nur auf die Verteilung der Waren und Güter innerhalb der Gesellschaft. Ansonsten geht es auch dort nur um Kontrolle und Fremdbestimmung der Menschen von Oben her. Wenn dort eines Tages ein Psychopath an die Macht kommt, dann hat das Volk wohl Pech gehabt und muss die Qualen ertragen.

In den undemokratischen Systemen, die ich miterlebt habe, da war es so, dass der Staat aus ein paar Menschen bestand, die sich die Bürger als ihre Sklaven gehalten haben. Ich finde, dass es andersherum ist. Das demokratische System ist dazu da, um das Leben der Menschen untereinander so zu organisieren, dass die Leute ihr Leben nach ihren Präferenzen selbst bestimmten können.

Ich habe kostenlos in die Schule gehen können, durfte mein Studium frei wählen und arbeite wo ich will, so lange wie ich will, mache so viel Geld wie ich will. Das nenne ich Freiheit.

Die Leute, die das anzweifeln, das sind meistens die schlechten Verlierer – so habe ich es zumindest erlebt. Das sind die, die sich für schlauer halten als die Hunderten von Juristen, Volkswirten und sonstigen hochstudierten Leuten, die in den Regierungen und Ministerien tätig sind. Es sind die, die meinen mit ihren einfachen Lösungen ginge alles viel besser und die dann beleidigt sind, dass niemand auf ihre Meinung hört. Dass sich das Leben nicht mit Binsenweisheiten lösen lässt und dass es bei 80 Millionen Bürgern schwer ist Probleme zu lösen, so dass jeder glücklich ist, dass zählt alles nicht.

Das ist meine Meinung zur Demokratie – #TdD2018. Sie muss erhalten werden, um jeden Preis.

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